Zensur durch Kürzung?

Unten die Originalfassung eines Leserbriefs zu den Kosten des Büchereianbaus an das Museum vom 25.10.13 (Zahlen stammen aus dem Wirtschaftsplan des KuFo 2014) und die gekürzte Fassung der RN vom 26.10.13 (zugänglich über den Link). Drängt sich nicht der Eindruck auf, dass die politische Wertung durch die Kürzung bewusst weg zensiert worden ist?

Leserbrief (mit der Bitte um Abdruck)

RN 24.10.13: Bau für die Bücherei rückt näher

Die Bausumme für das Projekt Husemannstr. ist im Artikel „Bau für die Bücherei rückt näher“ mit rd. 2 Mio. € optimistisch geschätzt. Tatsächlich ist der Beschluss schon jetzt so gefasst, dass mit +/- 20 % kalkuliert wird.

Die Erfahrung (leider auch in Witten) zeigt, dass öffentliche Bauprojekte am Ende in der Regel mehr kosten als ursprünglich kalkuliert, so wahrscheinlich auch dieses Projekt. Angenommen, der Spielraum von + 20% muss ausgereizt werden, würde die Summe schon auf rd. 2,4 Mio. (aktuelle Kalkulation: 2,018 Mio.) anwachsen. Ich prognostiziere aber eine noch höhere Kostensteigerung bis 2016 (geplantes Datum der Fertigstellung). Schau´n wir mal.

Übrigens: Die aktuell kalkulierten Gesamtkosten (Baukosten: s.o., Inventar: 600.000 €, Möbel und Geräte: 28.000 €, Kassenautomat: 10.500 €) belaufen sich im Investitionsprogramm des KuFo auf 2.656,6 Mio. €. Bei 2,4 Mio. Baukosten würden die 3 Mio. Gesamtkosten überschritten.

Da der Bau – im Gegensatz zu der von der BI und dem bürgerforum favorisierten Sanierung und Modernisierung (Köhler-Modell) der Ruhrstr. 48 – keine Einnahmen erwirtschaften wird, wird die wachsende Zinsbelastung (das Projekt wird über Kredite finanziert) voll zu Lasten des Kulturforumsetats gehen.

Ein verstärkter Sparzwang bei den Instituten des KuFo dürfte die Folge sein, verbunden mit entsprechenden Einschränkungen bürgernaher kultureller Dienstleistungen. Kollateralschäden über (natürlich „moderate“) Gebührenerhöhungen zeigen sich schon jetzt. Schließlich muss das Geld für die zusätzlichen Kostenbelastungen irgendwo aufgetrieben werden

An der Husemannstr. 12 wird mit problematischen Folgen (z.B. Standort: schlechte Erreichbarkeit) und fragwürdigen Synergieeffekten in Steine investiert, nicht in die dringend notwendige Stabilisierung und Verbesserung des Wittener Kulturangebots.

Wir habens´s ja? Eben nicht.

Klaus Riepe

Beethovenstr. 48

58452 Witten

25.10.13

→ Link: Leserbrief RN 26.10.13 veröffentlicht Leserbrief RN veröffentlicht