Internationale Gartenschau (IGA) IGA in Witten: leider keine Aufwertung des Straßengrüns, keine Schwammstadt und kein Hitzeschutz

Jetzt also – vorgezogen – Beginn der Bauarbeiten zur IGA in Witten*. Was ist davon zu halten? Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meinen Beitrag vom 18.11.2020 „IGA in Witten: Falsch programmiert?“, in dem ich eine falsche Programmierung der Wittener IGA-Projekte kritisiere.

arum die Programmierung falsch ist, erschließt sich aus der Charakterisierung der Ziele der IGA, wie sie im „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept Innenstadt Witten (ISEK 2018 – 2025)/Fortschreibung integriertes Handlungskonzept 2008“ der Stadt Witten** auf S. 70 ausgeführt werden: „Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 soll in der Metropole Ruhr stattfinden, das hat der Verwaltungsrat der deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft im Dezember 2026 beschlossen. Die IGA 2027 soll ein dezentrales Großereignis werden, das konzeptionell auf drei Ebenen aufbaut. Die erste Ebene sind die ‚Zukunftsgärten‘, von denen drei als Leistungsschauen des Gartenbaus kostenpflichtig für den Besucher sind. Die zweite Ebene heißt ‚Unser Garten‘. Hier werden kommunale Projekte realisiert und die schönsten vorhandenen Parks und Gärten in der Region präsentiert. Die dritte Ebene bietet unter dem Schlagwort ‚Mein Garten‘ ein Forum für nachbarschaftliche Grüninitiativen sowie Urban-Gardening-Projekte.“***

Stellt sich die Frage, was ein „Ruhrfenster Mühlengraben“ und ein „verbesserter Zugang zur Zeche Nachtigall“ mit diesen Zielstellungen zu tun haben? Antwort: Gar nichts. Wären die IGA-Ziele im Rahmen einer Wittener Beteiligung an der IGA umgesetzt worden, hätte das zu einer erheblichen Aufwertung der Wittener Parks, Gärten und Grünflächen – siehe dazu mein Beitrag – und damit zu einer verbesserten Klimaresilienz (Schwammstadt, Hitzeschutz) führen können.

Stattdessen die jetzt begonnenen Projekte. Bei genauerem Hinsehen ergibt sich des Rätsels Lösung. Beide Projekte sind alte Schubladenprojekte der Stadtplanung:

Beim „Ruhrfenster Mühlengraben“ kann ich mich noch an einen Wettbewerb von Anfang 2000 unter dem vormaligen Stadtbaurat Oedinger erinnern** und weitere zwischenzeitige, nicht umgesetzte Planungen, beim „Zugang zur Zeche Nachtigall“ stammt die erste Flächennutzungsplanänderung für einen Parkplatz am Ruhrdeich aus 2006 (dann in den neuen Flächennutzungsplan 2008 integriert)****. In beiden Fällen konnte von einer IGA noch keine Rede sein, weil die erst 2016 gestartet wurde.

Mein Fazit eben: Falsch programmiert, aber trickreich. Falsch programmiert, weil eine große Chance für die verbesserte Klimaresilienz Wittens verpasst wurde, trickreich, weil es gelungen ist, für die Umsetzung alter Schubladenprojekt, die – ich wiederhole – nichts mit Gartenbau zu tun haben, an die Fördermittel der IGA zu kommen. Böse formuliert, könnte mensch diese Akquisition von Fördermitteln Trittbrettfahrerei nennen.

efördert wird jetzt mit dem „Ruhrfenster Mühlengraben“ etwas Spaß an der Ruhr, wenn die Projektideen von den BürgerInnen angenommen werden, und mit dem „verbesserten Zugang zur Zeche Nachtigall“ und dem damit verbundenen Parkplatz am Ruhrdeich samt Brückenfirlefanz unsinnigerweise ein überflüssiger Schaden für den Erholungswert des Muttentals und die Umwelt durch Förderung eines wachsenden Tourismusdrucks mit entsprechendem wachsenden Verkehrsaufkommen auch durch MIV (Motorisierten Individualverkehr) (siehe dazu der immer noch aktuelle Leserbrief meiner Frau: Leserbrief Ina Riepe Anlieger kritisieren Wittener IGA-Projekte_ „Muttental ist kein Fre_ –.

*Siehe: https://www.waz.de/lokales/witten/article412626314/iga-projekte-in-witten-wie-stadt-und-fluss-jetzt-naeher-zusammenruecken-sollen.html und https://www.waz.de/lokales/witten/article412699771/iga-2027-nachtigallbruecke-in-witten-bleibt-bis-jahresende-gesperrt.html

**https://www.mitten-witten.de/wp-content/uploads/2022/09/ISEK_Innenstadt_Witten_2018_web.pdf

**Siehe dazu auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Gartenausstellung_Metropole_Ruhr_2027

***Befindet sich in meinem Archiv

*****Siehe: https://www.witten.de/portal/seiten/bebauungsplan-nr-267-mit-parkplatz-am-ruhrdeich–900000349-37500.html. Ich habe übrigens dem Flächennutzungsplan 2008 als Ratsmitglied nicht zugestimmt. Beim Beschluss über den B-Plan 2022 war ich nicht mehr im Rat.