Bürgermeisterstichwahl am 28.8.2025 – Ist das Rennen schon gelaufen?
Jetzt also Stichwahl des Wittener Bürgermeisters am 28.9.2025. Entweder Dirk Leistner oder Lars König. Die Stadt ist wieder voll von Aufforderungen der politischen Formationen, entweder den Einen oder den Anderen zu wählen. Ich will hier weder zur Wahl des Einen noch des Anderen auffordern, weil aus meiner Sicht keiner von beiden Kandidaten bisher hinreichend präzise Vorstellungen zur Lösung der gravierenden Probleme der Stadt und Stadtverwaltung vorgelegt hat. Eins lässt sich aber bzgl. der Stichwahl jetzt schon feststellen: Die Chancen, dass Dirk Leistner gewählt wird, sind bedeutend größer als die von Lars König. Warum? Dazu genügt eine Analyse des WählerInnenpotentials. Unterstellt, die Wahlbeteiligung bleibt einigermaßen gleich und es gelingt Lars König nicht, bedeutende WählerInnenstimmen aus dem bisherigen NichtwählerInnenbereich zu mobilisieren, ist ungefähr folgendes Ergebnis zu erwarten:
Dirk Leistner Wahl 14.09.2025: 14495 Stimmen/Lars König Wahl 14.09.2025: 13516 Stimmen.
Dirk Leistner Wahl 28.09.2025: Potential = Partei- und Wählergemeinschaftsstimmen Ratswahl 14.09.25: SPD 12.162, Grüne 5.831, Linke 3.147, BF 1.714, PARTEI 963 = Maximales Ergebnis ohne Mobilisierung von bisherigen NichtwählerInnen: 23817 Stimmen.
Lars König Wahl 28.09.2025: Potential = Partei- und Wählergemeinschaftsstimmen Ratswahl 14.09.25: CDU 9.633, AFD 6.701, FDP 1070, Stadtklima 988 = Maximales Ergebnis ohne Mobilisierung von bisherigen NichtwählerInnen: 18392 Stimmen.
Heißt: Lars König wird wohl Stimmen dazu gewinnen, aber Dirk Leistner, der auch erheblich dazu gewinnen dürfte, nicht einholen können.
Zuzuschreiben hat sich das der bisherige Bürgermeister aus meiner Sicht zum großen Teil selbst. Eben: Nichts ohn‘ Ursach. Lars König ist es offensichtlich nicht gelungen, in den 5 Jahren seiner Amtszeit ein eigenes überzeugendes politisches Profil für sich zu erarbeiten. Denn die von CDU-Parteikollegen zitierten Beispiele für die gute Arbeit des Bürgermeisters – Sanierung von Schulen, Sanierung des Rathauses (aber: enormer Kostenanstieg!), Anstieg von Kita-Plätzen und Sanierung der Pferdebachstraße (aber: enormer Kostenanstieg!)* – sind 1. durchweg Projekte, die schon vor der Amtszeit von Lars König begonnen worden sind, und 2. Projekte, die in ihrer Umsetzung in die Zuständigkeit der DezernentInnen fallen**.
*Siehe WAZ Witten 17.9.2025 „AfD gewinnt zwölf Sitze im neuen Rat“.
**Siehe zu Lars König auch mein Beitrag „Werbung für die Kommunalwahl 2025 – Castingshow für die schönsten Grinsebäckchen?“/25.8.25, 2. Anmerkung**: „Bei Lars König, der ja mittlerweile 5 Jahre im Amt ist, vermisse ich eine nachvollziehbare Rechenschaft über seine Tätigkeit: Grußonkel (https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BC%C3%9Faugust) allein reicht aus meiner Sicht nicht angesichts der gravierenden Probleme der Stadt.“
