Galeria Kaufhof: Frequenzbringer? Frequenzbringer!

Am 25.6.20 berichtet die WAZ-Online („Kaufhof: Stadt Witten gibt die Hoffnung noch nicht ganz auf“) angesichts der angekündigten Schließung über Überlegungen der Stadt, wie mit der Situation umzugehen sei.

Natürlich wäre es ein Schaden für die Wittener Innenstadt, wenn durch die Schließung von Galeria Kaufhof an einer zentralen Stelle der Wittener Innenstadt ein Leerstand entstehen würde. In der ursprünglichen Konzeption der Bahnhofstraße war das Kaufhaus als Magnet (Frequenzbringer) gesetzt (siehe dazu mein Beiträge „Defensivaktionen helfen wenig gegen selbst verursachtes Trading Down*“/8.5.13, ergänzend auch „Untere Bahnhofstraße wie weiter?/11.7.16). Deshalb sind die Bemühungen, einen Leerstand zu verhindern, zu begrüßen.

Nur: In welche Richtung sollen die Bemühungen gehen? Das jetzt geschlossene Kaufhaus dümpelte schon seit langem vor sich hin. Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt noch ein Frequenzbringer war. Wie die WAZ schreibt, habe Galeria Kaufhof in den letzten Jahren „keinen Cent“ mehr in die Wittener Filiale investiert. So eine Investitionsverweigerung führt selbstverständlich zu abnehmender Attraktivität, Wirtschaftlichkeit und schrumpfender Frequenz.

Das heißt für mich: Bei einem einfachen Weiter-So mit bloßer Verhinderung des Leerstands wären die Probleme mit der Attraktivität und Frequenz nicht gelöst. Bleiben zwei Möglichkeiten:

Entweder Galeria Kaufhof bleibt, dann aber zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit mit einer Neukonzeptionierung und neuen Investitionen. Für wahrscheinlich halte ich diese Variante angesichts des bisherigen Procederes der Eigentümer nicht.

Oder es kommt zu einem Neuanfang ohne Galeria Kaufhof mit einer neuen Nutzung. Aus dem WAZ-Artikel geht hervor, dass sich die Stadt einen Mix aus einem fachmarktorientierten Einkaufscenter mit „Food-Court“ ((Lebensmittel + Gastronomie), Dienstleistungen und Wohnungen vorstellen könne. Das hört sich vernünftig an. Mich würde allerdings ein bisschen mehr Konkretisierung und ein Referenzobjekt interessieren. Und: Ein wesentliches Kriterium für einen Neuanfang müsste die Steigerung der Frequenz sein – auch im Interesse des Umfelds und der gesamten City.